Von sieben Hügeln umgeben und nahe der Black Mountains im Brecon Beacons Nationalpark, ist die kleine lebhafte Marktstadt Abergavenny am River Usk und unweit des Monmouthshire & Brecon Canals gelegen, der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark. Aber vor allem hat „Y Fenni“, wie die Stadt so hübsch auf walisisch heißt, einen ausgezeichneten Ruf in der Food-Szene.

Abergavenny Food Festival

Alljährlich im September verwandelt sich die Kleinstadt in ein wahres Mekka für Feinschmecker und Genießer regionaler Köstlichkeiten. Überall in den Straßen, auf Plätzen, in der hübschen Markthalle und sogar auf dem Gelände der Burg wimmelt es dann an Ständen, an denen die verschiedensten Köstlichkeiten angeboten werden: von selbstgemachten Marmeladen, Chutneys und Aufstrichen, zu Fleisch- und Wurstwaren, Süßigkeiten, Gebäck, Kuchen, Schokolade, Fudge, Gewürze, walisisches Meersaltz und Gemüse oder auch Bier, Cider, Gin und vieles mehr. Auf dem zweitägigen Programm stehen Kochdemonstrationen ambitionierter Chefs, Wettbewerbe sowien ein buntes Programm aus Musik und Unterhaltung.

Abergavenny Food Festival.
Abergavenny Food Festival.

Abergavenny Food Festival

Doch auch an den übrigen 363 Tagen im Jahr erwarten die Besucher in Abergavenny viele großartige Restaurants, Lokale, Pubs und Cafés zur Einkehr. Bei Fig Tree Espresso gibt es neben kleinen Snacks auch verführerische hausgemachte Kuchen und Torten, die in einem romantischen kleinen Innenhof serviert werden. Oder Sie besuchen The Art Shop & Chapel für ein ausgedehntes Frühstück oder einen Lunch aus köstlichen regionalen Zutaten. Und wenn Sie sich etwas ganz besonders gutes und edles gönnen möchten, dann sollten Sie einen Ausflug vor die Tore der Stadt unternehmen – ins The Hardwick oder ins The Walnut Tree.

Fig Tree Espresso, Abergavenny.
Fig Tree Espresso, Abergavenny.

Fig Tree Espresso 

Auf eine Schlückchen

Ja, in Wales wird sogar Wein angebaut. An den unteren Hängen des Sugar Loaf Mountain, mit Blick auf die Stadt, liegt das Weingut Sugar Loaf Vineyard. Hier können Sie einige der preisgekrönten walisischen Weine verkosten, eine Tour durch die Weinhänge unternehmen, mit wunderschönem Blick über das Usk Valley oder Sie kehren ein in das Café und stöbern ein wenig durch den kleinen Laden. Auf dem Weingut gibt es zudem einige Ferienhäuser, falls Sie sich entscheiden sollten, länger zu bleiben.

Blackberry bush with views across the valley in the foreground.
Views of the gardens on the balcony framed by foilage at Sugar Loaf Vineyard.

Sugar Loaf Vineyard

Shopping-Glück

Und noch etwas, wofür die Marktstädtchen in Wales wirklich gut sind: durch die vielen kleine und unabhängigen Shops, Boutiquen und Geschäfte zu stöbern. Auf den Wochenmärkten in der hübschen viktorianischen Markthalle gibt es neben Ständen, an denen regionalen Lebensmitteln und Produkten angeboten werden, auch eine Reihe hübscher Antiquitäten- und Trödelläden sowie das Antiquariat Broadleaf Books. Hier kann man allerlei Schätze finden, von alten Büchern über Karten, Schmuck und Kunsthandwerk bis hin zu Second-Hand-Kleidung.

Antiquariat Broadleaf Books.

Antiquariat Broadleaf Books

Am Kanal entlang

Südlich, etwas außerhalb der Stadt gelegen, befindet sich die Goytre Wharf mit kleinem Besucherzentrum. Dieser idyllische Ort ist ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen oder Radtouren entlang des malerischen Monmouthshire & Brecon Canals sowie durch die Wiesen, Felder und Wälder, die ihn umgeben. Man kann hier auch eines der bunten Kanalboote oder ein Kanu mieten, für eine Tour auf dem Kanal oder einfach nur in das gemütliche Café für eine Erfrischung einkehren.

Goytre Wharf Canal Visitor Centre, Abergavenny, Südwales.

Goytre Wharf

Ausflug in die Geschichte

Inmitten der Black Mountains, unweit der englischen Grenze, steht die märchenhafte Klosterruine Llanthony Priory. Sie wurde im 13. Jahrhundert an der Stelle einer ehemaligen Kirche erbaut und trägt noch heute die Spuren jahrhundertelang andauernde Konflikte und Kriege – vom walisischen Aufstand Owain Glyndŵr’s im frühen 15. Jahrhundert bis zur Enteignung und Auflösung der Klöster durch König Heinrich VIII. Trotz dieser Dramen erinnern die erhaltenen Fenster und geschwungenen Torbögen der Abtei noch immer stark an das mittelalterliche Wales. Und schon alleine die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis: von Llanvihangel Crucorney – der The Skirrid Mountain Inn im Ort ist der älteste Pub von Wales – schlängelt sich eine enge Straße durch ein Tal in Richtung Hay Bluff und Hay-on-Wye am Fluss Honddu. Eine wunderschöne, magische Gegend.

Die Llanthony Priory.

Die Llanthony Priory

Ein Zeugnis jüngerer Geschichte findet sich hingegen in der Stadt Blaenavon, südlich von Abergavenny. Die Region der South Wales Valley war einst der Motor der Industrialisierung und in Blaenavon wurde seit 1570 Eisen gefördert und der Stahl erfunden. Heute präsentiert sich der Ort, der UNESCO Weltkulturerbe ist, als eine Art großes Freilichtmuseum. Neben der eindrucksvollen Eisenhütte, den Blaenavon Ironworks, dem Blaenavon World Heritage Centre und der Workmen’s Hall ist besonders die historische Zeche Big Pit ein Besuchermagnet. Die Kohlemine war bis 1980 in Betrieb. In Begleitung ehemaliger Kumpels geht es 90 Meter unter Tage in einen ehemaligen Förderstollen. Es ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis, die Geschichte direkt von den Bergleuten zu hören, die einst in diesen dunklen Tunneln unter der Erde gearbeitet haben. Dort wo sich einst die Duschen und Spinde der Bergleute befanden, ist heute ein sehenswertes Museum untergebracht, das über das Leben der damaligen Zeit informiert. Wie alle National Museum of Wales ist auch in Big Pit der Eintritt frei.

Industrial equipment and buildings at the Big Pit coal mine in Blaenavon.

Die ehemalige Kohlemine Big Pit in Blaenavon

Auf eine Runde Golf

Golfer sollten nicht vergessen ihre Schläger mitzubringen. In der grünen Landschaft rund um Abergavenny liegen einige großartige Golfplätze. Der Monmouthshire Golf Club ist ein herrlicher 18-Loch-Platz vor der Kulisse der Gipfel von Blorenge, Sugar Loaf und Skirrid. Der Wernddu Golf Club bietet neben einem 18-Loch-Platz auch ein Pitch & Putt mit neun Löchern  sowie eine Driving Range. Zu den Top 50 Golfplätzen in Wales zählt ohne Frage der The Rolls of Monmouth. Im stattlichen Herrenhaus auf dem Gelände lebte einst Charles Steward Rolls, Mitbegründer von Rolls-Royce.

Malerisches Crickhowell

Der bezaubernde kleine Ort liegt ein paar Kilometer außerhalb von Abergavenny im Nationalpark. Erstes Haus am Platz ist das Bear Hotel, einst eine Postkutschenstation, mit gemütlichen Zimmern, die alle unterschiedlich sind, einem guten Restaurant und urigem Pub. An der kleinen belebten Hauptstraße gegenüber finden sich ein paar hübsche Cafés, Boutiquen und Geschäfte.

Crickhowell ist auch ein Mekka für Wanderer, die von hier aus zu Touren in die Brecon Beacons oder Black Mountains starten. Alljährlich findet im März ein zehntägiges Wanderfestival statt, mit einer Vielzahl an geführten Touren, Orientierungsläufen und Gesprächsrunden.

Quirlig wird es auch jedes Jahr im August, wenn auf dem Glanusk Park and Estate, etwas außerhalb von Crickhowell, das berühmte Green Man Musikfestival stattfindet. Das wunderschöne riesige Anwesen befindet sich seit 1826 in Privatbesitz. Es ist mit über 8.000 Hektar Parklandschaft, Wäldern und Hügeln am River Usk eines der größten, in Privatbesitz befindlichen, Anwesen in Wales. Glanusk Park and Estate ist bekannt für seine vielen verschiedenen Baumarten und erstmals öffnet die Familie Legge-Bourke seit langem wieder die Penmyarth Gardens. Sie beheimaten eine einzigartige Sammlung von über 300 verschiedene Eichenbaumarten aus aller Welt. Besonders stolz ist die Familie auf die „Royal Oak Collection“. Mit der Pflanzung der Eichen dieser königlichen Sammlung wurden bereits im 19. Jahrhundert begonnen. Als letztes Mitglied der königlichen Familie pflanzte Her Majesty The Qeen eine Eiche im Jahr 2012.

Wandern auf dem Crickhowell.

Wandern Crickhowell

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