Der walisische Olympia- und Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas stellt hier eine seiner Lieblingsrouten von Cardiff ins Vale of Glamorgan vor – inklusive Streckentipps, Ausblicke und lokaler Einblicke rund um diese beliebte Radtour.
Bei einer guten Radtour geht es immer um Erinnerungen. Manchmal geht es darum, neue zu schaffen – eine Route, die man nicht vergisst, ein Tag voller Geschichten und besonderer Momente mit guten Freunden.
Genau dieses Gefühl erlebe ich, wenn ich aus meiner Heimatstadt Cardiff hinaus auf den Straßen ins Vale of Glamorgan fahre. Cardiff ist die beste perfekte Hauptstadt: Groß und Klein zugleich, geprägt von ganz unterschiedlichen Stadtteilen und dennoch bilden Einheit. Die Stadt hat genug zu bieten, um einen dort zu halten – und liegt dennoch nie weiter als fünfzehn Minuten mit dem Fahrrad von den offenen weiten Landschaften entfernt.
Vom Stadtteil Llandaff im Westen der Stadt gelangt man schnell in kleine Gassen. Wir nehmen die Pwllmelin Road aus Llandaff heraus, die in die Pentrebane Road übergeht und direkt nach Westen führt.
Nach überqueren der Kreuzung – linker Hand liegt der St. Fagan’s Cricket Club – fahren wir durch die Dörfer St. Brides-super-Ely und Peterston-super-Ely, biegen im Dorf Gwern-y-Steeple rechts ab, um in den Ort Welsh St. Donats zu gelangen, und erreichen danach über die Maendy Road das malerische Marktstädtchen Cowbridge von Norden her.
Auf diesen Straßen ist es beim Verlassen der Stadt selten sehr voll. Sie führen bergauf und bergab und sind nur selten über längere Strecken eben. Die Dörfer entlang der Route sind allesamt reizvoll, und die Pubs laden zur Einkehr ein und um Freunde zu treffen, die vielleicht mit dem Auto unterwegs sind. Dazu zählen das „Hare and Hounds“ in Aberthin am Rande von Cowbridge und das „The White Lion“, etwas nördlich von Maendy – beide servieren hervorragendes Essen.
Wer noch nie dort war, dem wird Cowbridge gut gefallen. Ein hübsches Städtchen mit guten Cafés, Antiquitätenläden und hübschen individuellen Mode-Boutiquen.
Außerhalb von Cowbridge geht es allmählich bergauf. Auf halber Höhe der Steigung hinaus aus der Stadt halten wir Ausschau nach einer kleinen Straße namens Geraint’s Way. Stellen Sie sich vor, wie oft ich als Kind davon geträumt habe, an dieser Straße zu wohnen. Oben auf der Anhöhe biegen wir links ab und passieren den Llandow Circuit.
Durch das hübsche Dorf Llantwit Major geht es auf der ruhigen B4270 und entlang der Küste auf der Dimlands Road nach St Donats, vorbei an kleinen Cafés und Eisdielen am Strand. Von hier führt die Route in Richtung Nordwesten auf kleine Landstraßen, durch die Dörfer Marcross und Monknash, und den wunderschönen weiten Ausblicken über das Meer und den Sandstrand am Leuchtturm von Nash Point.
Die Straße durch den Ort Wick ist etwas breiter – wobei das relativ ist, denn es handelt sich weiterhin nur um die B4265. Wir fahren weiter in Richtung Ogmore-by-Sea. Halten Sie Ausschau nach dem Pub „The Fox“ an der Ewenny Road in St Brides Major.
Wir kommen links am Ogmore Castle und rechts am Southerndown Golf Club vorbei. Wenn sich der kleine Hunger meldet, lohnt sich ein Stopp bei Cobbles in Ogmore, ein netter Farmshop mit Café in einem alten Pferdestall.
Weiter geht es auf der B4524 nach Ewenny. Der Tante-Emma-Laden in der Post hat mir schon so manchen Tag gerettet – ebenso wie die Pasteten und das Gebäck. Das Angebot und die Auswahl, die diese kleine Postfiliale bietet, sind wirklich erstaunlich.
Nun machen wir uns auf den Rückweg: Entlang kleiner Straßen folgen wir der Wick Road von Ewenny zurück nach Cowbridge. Dort holen wir uns einen Kaffee bei George North in Cowbridge, fahren an der Schule vorbei und weiter auf der A4222 bis nach Pontyclun.
Jetzt stellt sich mehr und mehr das typische Gefühl der Täler von Südwales ein, während wir unter der M4 hindurch nach Norden fahren: kleine, zähe Gemeinden, geprägt von harter Arbeit und Rugby. Wer davon noch mehr mitnehmen möchte, kann die kleinen Straßen hinauf bis zum Castell Coch nehmen. Alternativ geht es weiter über die Caerphilly Road zum Caerphilly Mountain hoch oder hinauf zum Rhiwbina Hill.
Oben angekommen, reicht der Blick in alle Richtungen. Die Abfahrt zurück nach Cardiff ist sanft und schnell – und am Ende einer solchen Tour genau das Richtige.