Rund um die Stadt Carmarthen, die zu den ältesten Städten in Wales zählt, finden sich neben malerischen kleinen Ortschaften natürlich auch – wie könnte es in Wales anders sein – einige sehenswerte Burgen, historisches Sehenswürdigkeiten, Naturschönheiten und herrliche Gartenanlagen.

Das Martkstädtchen Llandeilo

Die Londoner Presse nannte Llandeilo einst "die coole Hauptstadt von Carmarthenshire". Die kleine Ortschaft mit nur rund 1.800 Einwohnern, liegt am Fluss Tywi und ist eine wahre Perle. Wenn man von Süden kommt, hat man einen herrlichen Blick auf die vielen pastellfarbenen Häuser am Hang oberhalb des Flusses. Rund um die hübsche St. Teilo’s Church reihen sich in den engen Straßen Cafés, viele kleine Shops und Boutiquen, Galerien und Antiquitätenläden durch die es sich gut stöbern lässt. Das Cawdor hat neben schick eingerichteten Gästezimmern auch ein gutes Restaurant und auch im Ginhaus kann man gut essen. Und gönnen Sie sich ein Pint Evan Evans Bier, das hier in Llandeilo gebraut wird.

Wunderschön ist es durch den weitläufigen Naturpark von Dinefwr zu spazieren. Auf den Wiesen rund um das Dinefwr Castle aus dem 12. Jahrhundert äsen Rehe und vor dem hochherrschaftlichen Newton House, in dem man einen schönen Einblick in das Leben der Zeit um 1902 erhält, grast eine Herde seltener weißer Rinder.

Dinefwr Park, Llandeilo, Carmarthenshire, Wales, UK.
Dinefwr - Newton House

Carreg Cennen

Östlich von Llandeilo in den Black Mountain liegt die Burgruine von Carreg Cennen. Nicht viele verirren sich hierhin, doch wer die Burg besucht ist immer begeistert. Das hat sicherlich auch mit der spektakulären Lage hoch oben auf einem Hügel mit sagenhaften Panoramablick zu tun. Die ursprüngliche Burg wurde Ende des 12. Jahrhunderts von Lord Rhys, Prinz von Deheubarth, erbaut (wie übrigens auch Dinefwr Castle). Lord Cawdor, dem die Burg zwischenzeitlich gehörte, verkaufte sie in den 1960er Jahren kurioserweise an die Familie eines einheimischen Farmers. Und so steht am Fuße des Hügels eine Farm in der es eine gemütliche Teestube gibt. Hier bekommen Besucher auch Taschenlampen, damit sie den geheimen Tunnel auf dem Burggelände erkunden können, der zu einer Süßwasserquelle unterhalb der Burg führt.

Carreg Cennen Castle, Carmarthenshire
Carreg Cennen Castle

Coaltown Coffee

Im Ort Ammanford südlich von Llandeilo sind die Coaltown Coffee Roasters zu Hause. Die kleine lokale Kaffeerösterei befindet sich auf einem wahren Siegeszug und bringt ein bisschen Brooklyn Hipster-Chic in die Region. Die Kantine ist zudem ein großartiger Ort zum Mittagessen oder eben für eine hervorragende Tasse Kaffee.

Aberglasney Gardens

Nur wenige Kilometer westlich von Llandeilo befindet sich ein wahres Schmuckstück britischer Gartenbaukunst. Die Aberglasney Gardens liegen eingebettet zwischen Hügeln im malerischen Tywi Tal und verzaubern mit einer ungewöhnlichen Pflanzenvielfalt. Rund um den einstigen Familiensitz Aberglasney House gibt es einen elisabethanisch-jakobinischen Klostergarten, zwei Walled Gardens, einen verglasten Garten und eindrucksvolle uralte Eibenbögen.

Garden and main house, Aberglasney
Aberglasney Gardens

Wright‘s Food Emporium

Noch ein paar Kilometer weiter gen Westen gelangt man nach Llanarthney, ein wirklich kleines Nest inmitten von Wiesen, Feldern und Wäldern. Aber der kleine Abstecher lohnt sich unbedingt. Wright's Food Emporium ist eine gelungene Mischung aus Café, Bistro, Restaurant, Bäckerei, Weinladen und Delikatessengeschäft. Urgemütlich und mit einer großen Auswahl an hervorragenden regionalen Speisen und Getränken. Und seit Kurzem gibt es sogar Selbstversorger-Unterkünfte für alle diejenigen, die nicht genug bekommen können von der wunderschönen Landschaft und dem guten Essen.

Llyn y Fan Fach

Der Stausee inmitten des Brecon Beacons Nationalparks, umgeben von der grünen Bergwelt, wurde vom bekannten Reiseführer Lonely Planet als eine der ultimativen Sehenswürdigkeiten der Welt betitelt. Auf einer sehr lohnenden, ca. 6 Kilometer langen Wanderung um den See, kann man übrigens auch alles über die Legende der Lady of the Lake erfahren. Unser Tipp: die Straße A4069 zwischen Llangadog und Brynamman ist eine traumhafte kurvenreiche Strecke durch den Nationalpark.

View of the lake looking down from the top of the mountain
View of the lake and mountains
Llyn y Fan Fach , Brecon Beacons National Park

Forellenfischen

Die Meerforelle kennt man unter vielen Namen, doch in Wales ist sie vor allem als „Sewin“ bekannt und wird als der großartigste Fang überhaupt verehrt. Dies liegt zum einen an dem feinen Geschmack des zarten, rosa Fleisches, zum anderen aber vor allem daran, dass es selbst für einen erfahrenen Angler zur Herausforderung werden kann, diesen Fisch an den Haken zu bekommen. Die Flüsse Towy, Teifi und Cothi eignen sich ideal, um Meerforellen zu fischen. Und wer sich nicht den Aufwand machen will, selbst zu angeln, der findet frische Fänge auf einem der vielen lokalen Märkte und den Speisekarten der regionalen Restaurants.

Laugharne

Die verschlafene Kleinstadt Laugharne war im 12. Jahrhundert ein Stützpunkt flämischer Weber, doch heute ist der an der Mündung des Flusses Tâf gelegene Ort vor allem als Heimat des Schriftstellers Dylan Thomas bekannt. Laugharne soll ihm als Inspiration für eines seiner bekanntesten Werke, Under Milk Wood (Unter dem Milchwald) gedient haben.

Ein Blick in sein einstiges Bootshaus vermittelt den Eindruck, als sei der bekannteste walisische Dichter gerade mal auf einen Drink in seine Stammkneipe Brown’s Hotel gegangen, bevor er sich wieder an die Arbeit in seiner Schreibhütte macht. Als Dylan Thomas Laugharne "die seltsamste Stadt in Wales" nannte, meinte er es liebevoll und er hatte vollkommen recht: Es ist ein Ort, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint und in dem sich seit 50 Jahren kaum etwas verändert hat.

 

Image of Laugharne in Carmarthenshire
Inside Dylan Thomas's boathouse, desk, chair and pictures on wall
Dylan Thomas Boathouse und seine Schreibwerkstatt in Laugharne

Reiten an Pendine Sands

Der flache, 11 km lange Strand Pendine Sands ist wahrscheinlich am besten bekannt für die vier Geschwindigkeitsrekorde, die hier zwischen 1924 und 1927 aufgestellt wurden. Auch der Elektro-Landgeschwindigkeitsrekord von 220 km/h im Jahr 2000 wurde in Pendine aufgestellt. Doch wir empfehlen es etwas langsamer anzugehen und die weniger rasante Alternative zu Pferd zu wählen. Das Marros Riding Centres bietet Ausritte an diesem wunderbaren langen Sandstrand an.

 

National Botanic Garden

Im Jahr 2000 wurde der National Botanic Garden auf dem mittelalterlichen Gelände des Middleton Regency Water Parks eröffnet. Das riesige Gelände gehörte einst dem Londonger Bankier William Paxton, der um 1790 hier die ersten Gärten anlegen ließ. Neben den schönen Außenanlagen begeistert die Besucher das gigantische Gewächshaus des berühmten Architekten Sir Norman Foster, das sich wunderschön in die Landschaft schmiegt, der idyllische Walled Garden oder das Schmetterlingshaus.

Exterior view of Great Glasshouse with daffodils in spring National Botanic Garden of Wales, Carmarthenshire
Der National Botanic Garden von Wales

Das Nationale Wollmuseum

Die Handwerkskunst, der in Wales hergestellten Schals, Decken und Stoffwaren ist weltweit bekannt. Das Nationale Wollmuseum befindet sich in den ehemaligen Cambrian Mills, einem Komplex aus Wollmühlen die bis 1912 aktiv waren. Schon walisische Siedler brachten im 19. Jahrhundert den Quilt in walisische Gemeinden in Ohio und Pensylvania. Mehr darüber erfahren Sie im Jen Jones Welsh Quilt Centre in der Lampeter Town Hall.

Die Dolaucothi Goldminen

Bereits vor 2.000 Jahren entdeckten die Römer erste Goldvorkommen in den Bergen von Wales. Noch bis in die 1930er Jahre wurde das Edelmetall in den Dolaucothi-Goldminen abgebaut. Heute kann man sich bei der Dolaucothi Gold Mines Tour auf eine Reise durch die Geschichte des Bergbaus in Carmarthenshire begeben und sich durch die Tiefen der Minen führen lassen.

Wussten Sie, dass die Eheringe der Britischen Royals traditionell aus dem seltenen walisischen Gold gefertigt sind?

Dryslwyn Castle

Wenig ist über diese Burg bekannt, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Nur so viel: sie war 1287 Schauplatz eines der bedeutendsten Konflikte zwischen walisischen und englischen Streitkräften. Als Reaktion gegen den Aufstand des walisischen Lords Rhys ap Maredudd wurden 11.000 englische Truppen entsandt, um die Burg einzunehmen. Die Belagerung dauerte zwei Woche und die Angreifer brachten schließlich einen großen Teil der Mauern zum Einsturz und die Burg fiel in die Hände der englischen Krone. Idyllisch steht sie bis heute auf einem grünen Hügel mit Blick über das schöne Tywi Tal und auf den Paxton Tower, der auf dem Gelände des National Botanic  Gardens steht.

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