Kirsty Jones: von den Wellen des Meeres in Wales zur internationalen Kite-Surf-Meisterin

Ich war der ganzen Welt surfen, aber Wales ist besonders

Pembrokeshire ist ein herrlicher Platz zum Surfen, einfach weil hier alle Elemente eine Rolle spielen. Die Strömung des Atlantik ist allgegenwärtig und ich liebe es, wenn man beim Kitesurfen ordentliche Wellen hat. Einer der besten Surfspots ist Freshwater West, allerdings herrschen hier mit den Strömungen und Riffen zugegebenermaßen nicht die besten Bedingungen für Anfänger. Wenn man es erst einmal im flacheren Wasser versuchen möchte, ist Tenby – wenn der Wind richtig steht – ein perfekter Spot.

Friends in wetsuit sitting on the beach by the water with surfboards
Freshwater West, Pembrokeshire

Meine Liebe zu Pembrokeshire entdeckte ich im Urlaub

Als ich noch klein war, fuhr meine Familie häufig nach Dale und so gehört die Gegend im Südwesten von Pembrokeshire bis heute zu meinen Lieblingsorten. Hier gibt es einen kleinen Pub namens The Griffin mit leckerem Essen direkt am Strand. Wunderschön ist aber auch die Gegend rund um Bosherston. Hier gibt es wunderschöne Seerosenteiche, in denen Otter leben, die malerischen Klippen von St Govan’s Head und als tollen Surfspot Broad Haven South Beach, der für geübte Surfer ein echter Taum ist.

Kirsty Jones stand up paddleboarding
Stand-up paddleboarders at Barafundle Bay
Kirsty Jones beim Stand-Up-Paddling an der Barafundle Bay nähe Bosherton, Pembrokeshire

Surfen habe ich am Strand von Newgale gelernt

Mit dem Kitesurfen habe ich erst im Alter von 21 Jahren auf Hawaii angefangen. Dort waren die Strände extrem überfüllt. Als ich zurück nach Wales habe ich Newgale für mich entdeckt und war sofort begeistert: der weite Sandstrand bietet einfach eine Riesenmenge Platz. Dort habe ich dann meine Kitesurf-Schule Big Blue gegründet, die heute noch von einem Freund betrieben wird. Ich musste sie aufgeben, als ich auf Welttournee ging. Heute werden hier neben Kitesufen auch Surf-, Coasteering- und SUP-Kurse angeboten.

Kitesurfer
Kitsurfer in Newgale, Pembrokeshire

Den schönsten Meerblick zu finden ist nicht leicht – für mich ist es Martin’s Haven...

...und ich habe mich noch nie so sehr über den Anblick von Martin's Haven gefreut wie im Jahr 2002 bei meiner Überquerung der Irischen See von Rosslare im Südosten Irlands nach Marloes in Westwales. Ich war etwa fünf Stunden unterwegs, als der Wind aussetzte. Eine sehr angespannte Situation, bis plötzlich zwei Delfine an meiner Seite auftauchten und mich ein Stück begleiteten, ein bisschen als wollten sie mich zum Durchhalten motivieren. An diesem Tag war es eine echte Erleichterung, Skomer Island und Martin’s Haven in der Ferne zu sehen. Ich war damals noch nicht sehr erfahren und so fände ich es tatsächlich spannend die Überquerung nochmal zu wiederholen und zu sehen, ob ich meine Zeit von damals unterbieten könnte.

In Abersoch gab es gerade einmal drei Kitesurfer und zwei von uns wurden Weltmeister"

Wenn es einen Ort gibt, der genauso schön ist wie Pembrokeshire, dann ist das die Halbinsel Gower 

Hier gibt es einige der schönsten Landschaften und sagenhaftesten Ausblicke in ganz West Wales. Der Ausblick auf die Gezeiteninsel Worm’s Head verschlägt einem geradezu den Atem. Und jeder liebt Llangennith. Dieser herrliche Strand hat einfach für jeden etwas zu bieten: ob surfen, bodyboarden, Kayak fahren und oder herrliche Wanderungen unternehmen. Und man trifft hier echte Typen - viele walisische Surflegenden stammen von der Halbinsel Gower.

Worm's Head, Gower Peninsula
Blick auf Worm's Head auf der Halbinsel Gower

Nordwales hat eine ganz andere Atmosphäre und beste Voraussetzungen für Anfänger

Die Küste vor Abersoch ist etwas geschützter vor der Dünung des Atlantik und daher ein idealer Ort für Anfänger. Ich erinnere mich besonders gerne an die Zeit, als ich hier beim Surfen einen Jungen namens Aaron Hadlow traf: Er war damals 12 Jahre als und übte mit seinem Vater. Damals waren wir die drei einzigen Kitesurfer am ganzen Strand. Später wurde Aaron dann tatsächlich fünfmaliger Weltmeister und somit denke ich, dass unsere Anfänge vor der Halbinsel Llŷn gar nicht so schlecht gewesen sind!

Beach huts and boats on Abersoch beach
Abersoch auf der Halbinsel Llŷn

Heute lebe ich in Marokko, doch Wales ist immer noch meine Heimat und zwei Dinge vermisse ich besonders...

... Regen ist selten in Al-Dakhla an der Westküste Marokkos. Das mag ein bisschen merkwürdig klingen, aber ich liebe es bei leichtem Nieselregen einen kuschelig warmen Neoprenanzug überzuziehen und eine Runde Kitesurfen zu gehen. Leider schien bei meinen letzten Besuchen in Wales stattdessen immer die Sonne – sogar im Winter! Auch vermisse ich die walischen Tea Rooms und Cafés sehr. Zu meinen liebsten zählt das Café Môr am Strand von Freshwater West in Pembrokeshire. Es besteht aus einem umgebauten Anhänger, der wie ein Fischerboot aussieht und von dem frische Krebs- und Hummer-Sandwiches direkt am Strand serviert werden und der Ingwerkuchen ist sagenhaft!

 

Kirsty Jones with surfboard looking out to sea
Kirsty Jones at Freshwater West, Pembrokeshire

Ähnliche beiträge