Tag eins (ca. 93 km)

Start ist in der Grenzstadt Mold. Übernachten Sie hier am Vortag, um am Abend eine Theater-, Film-, Musik- oder Comedy-Vorstellung im Clwyd Theatr Cymru, mit den größten Theaterproduktionen in Wales, zu besuchen.

Zur Stärkung, oder für ein Picknick unterwegs, machen Sie einen Abstecher in den nahegelegenen Hawarden Estate Farm Shop mit frischen Produkten direkt vom Bauern. Über die sanften, grünen Bergketten der Clwydian Range – einem Gebiet von außergewöhnlicher Naturschönheit – geht es nach Ruthin, einem historischen und kulturell reizvollen Städtchen. Es ist ein Sammelsurium aus roten Backstein- und schwarz-weißen Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter, der Tudor- und Georgianischen Zeit. Im Kontrast hierzu das moderne Ruthin Craft Centre mit zeitgenössischer Kunst und Kunsthandwerk.

Weiter geht‘s durch das idyllische Vale of Clwyd nach Colwyn Bay. Die kilometerlange Bucht dieses traditionellen Badeorts erstrahlt in neuem Glanz. Der Strand wurde mit Unmengen feinem Sand erneuert und die Promenade zu neuem Leben erweckt. Wassersportanbieter sorgen für Aktivitäten und all das findet man in der Nähe des Eirias Parks, einem 20 ha großen „Park am Meer“.

Übernachtung in Llandudno

Llandudno Pier from the shore.
Der Pier im Seebad Llandudno

Tag zwei (ca. 8 km)

Man braucht schon einen ganzen Tag, um dem Städtchen Llandudno und seiner Umgebung gerecht zu werden. Die „Königin“ unter den walisischen Badeorten hat wirklich majestätische Qualitäten. Bonbonfarbene Hotels säumen die Uferpromenade, die Shops und Boutiquen in den Einkaufsstraßen sind mit verzierten Baldachinen überdacht und der herrliche Pier ist der längste in Wales. Llandudno, die perfekte Sommerfrische aus viktorianischer Zeit.

Die Landzunge Great Orme, ein Naturreservat mit seltener Flora und – kaum zu glauben – wilden Kaschmirziegen, erhebt sich dramatisch am Ende der Promenade. Ganz wie in San Francisco fährt eine historische Straßenbahn zur Spitze, oder Sie nehmen die Seilbahn im alpinen Stil. Zurück in der Stadt, hat sich das MOSTYN gerade als Galerie für zeitgenössische Kunst international einen Namen gemacht und „Venue Cymru“ ist der führende Theater- und Unterhaltungskomplex in Nordwales, mit Aufführungen inklusive der Wales National Opera.

Im nahegelegenen Conwy geht es mittelalterlich zu. Die schmalen Straßen und historischen Häuser mit hübschen Geschäften sind umgeben von der alten Stadtmauer. Doch das düstere Conwy Castle mit seinen dunklen Mauern ist nicht zu übertreffen – ein Weltkulturerbe der Gegenwart.

Cadw.gov.wales

Übernachtung in Conwy

Randnotiz: Auf dieser Route liegen drei Burgen von Weltklasse – Conwy, Caernarfon und Beaumaris, allesamt zusammen mit Harlech Castle, UNESCO Weltkulturerbe-Stätten.

Tag drei (ca. 58 km)

Penrhyn Castle bei Bangor ist eine ausgefallene, pompöse Villa aus dem 19. Jahrhundert, von einem immens reichen Schiefermagnaten erbaut. Die pure Zurschaustellung, allein in der gigantischen Eingangshalle raubt einem den Atem – wie auch die Schattenseite der Geschichte von Penrhyn: in der viktorianischen Küche arbeiteten Bedienstete bis zu 20 Stunden am Tag.

Nordwales ist Großbritanniens Zentrum für Outdoor-Aktivitäten. Nicht nur wegen seiner Berge, sondern auch wegen Attraktionen wie der Zip World Velocity in Bethesda, der schnellsten Zipline der Welt (kommen Sie mit 160 km/h klar?).

Übernachtung in Caernarfon

Tag vier (ca. 69 km)

Für Caernarfon, wie für Bethesda, ist ein kleiner Umweg nötig, aber es lohnt sich. Caernarfon ist Heimat unserer berühmtesten Burg, eines gigantischen Bauwerks, das als königlicher Palast für Eduard I. diente. Um eine andere Seite dieses vielbesuchten Städtchens zu sehen, besuchen Sie die „Galeri“ an der neugestalteten Marina, ein modernes Gebäude mit Kunstgalerien, Kino, Café und Bar.

Zurück in Richtung Bangor geht es über die Menai Strait. Die Meerenge trennt die Insel Anglesey vom walisischen Festland. Sie überqueren sie entweder über die moderne Britannia Bridge, oder über die historische Menai Suspension Bridge (eine der ersten Hängebrücken weltweit), entworfen vom genialen Thomas Telford im 19. Jahrhundert.

Beaumaris ist ein attraktiver Küstenort mit einer weiteren herausragenden Burg. Von allen Festungen, die Eduard I. im 13. Jahrhundert in Wales baute, ist Beaumaris die perfekteste. Jeder Angriff auf diese Wasserburg, mit ihren Verteidigungsringen und Gräben muss eine abschreckende Wirkung gehabt haben.

Auf dieser Tour werden Sie nicht die gesamte Insel Anglesey zu sehen bekommen. Wir empfehlen daher nach Llangefni zu fahren und dort zur Oriel Ynys Môn, einer Kunstgalerie mit Museum, das Ihnen einen guten Einblick in die Geschichte der Insel, ihre Kultur, Natur und Geologie liefert.

Die Küste von Anglesey ist ebenfalls eine Region von außergewöhnlicher Naturschönheit. Schöner geht es kaum, als an den Klippen von South Stack, jenseits des Hafens von Holyhead, an denen Kolonien von Lummen, Papageientauchern und Tordalken vom Ellin’s Tower aus, dem RSPB Seabird Centre, beobachtet werden können.

Two female walkers above South Stack lighthouse
Am South Stack Leuchtturm auf der Insel Anglesey