Snowdonia

Wales erster und größter Nationalpark wirkt wilder und schroffer als die Brecon Beacons. Felsige Berglandschaft dominiert, unterbrochen von einsamen Tälern mit grünen Laubwäldern, glitzernden Wasserfällen, spiegelglatten Gletscherseen und malerischen kleinen Dörfern aus hübschen Steincottages mit Schieferdächern.

Steincottage mit Fluss und Brücke im Vordergrund

Steincottage in Snowdonia

Der höchste Berg ist Mount Snowdon, mit 1085 m der höchste Gipfel in England und Wales. Zwar klingt diese Zahl nicht besonders beeindruckend im Vergleich zu den Viertausendern der Alpen, allerdings sollte man die Küstennähe Snowdonias im Hinterkopf behalten; der Anstieg ist enorm! Die Waliser nehmen ihre Berge sehr ernst – und dies zu Recht! Hier trainierten sogar die Erstbesteiger des Mount Everest, Edmund Hillary und Tenzing Norgay, bevor sie den höchsten Berg der Welt erklommen. Autogramme, Bilder und Ausrüstung der beiden berühmten Bergsteiger verzieren Decke und Wände im Pub des Pen-Y-Gwryd Hotels am Fuß des Snowdon, ein uriges kleines Hotel, das nach wie vor ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderer ist.

Wanderschuhe hängen von der Decke und ein Bild von Hillary und Norgay verziert die Wand des Pen-Y-Gwryd Hotels in Snowdonia

Schuhe und Foto von Hillary und Norgay im Pen-Y-Gwryd Hotel

Für Aktivurlauber und Abenteurer ist Snowdonia das perfekte Reiseziel. Mountainbiken, Klettern, Wandern, Kanufahren, Reiten - das Angebot an Outdoor-Aktivitäten ist groß. Schwindelfreie können die Berge sogar mit einer Seilrutsche überfliegen. Mehr über adrenalinproduzierende Aktivitäten in Nordwales könnt ihr hier lesen.

Aber Snowdonia ist nicht nur ein großer Abenteuerspielplatz, sondern auch ein geschichtsträchtiger Ort voller Mythen und Legenden. Viele Erzählungen aus dieser Region drehen sich um König Artus, dessen Schwert Excalibur angeblich auf dem Grund eines Sees in Snowdonia schlummert. Die Region war außerdem seit jeher walisische Hochburg; der letzte walisische Prinz, Llywelyn ap Gruffydd zog sich nach seinem ersten Krieg gegen König Edward I in die Berge Snowdonias zurück und hier hat auch der letzte große Aufstand der Waliser unter Owain Glyndŵr gegen die englische Vorherrschaft seinen Ursprung. Einige der spektakulärsten Burgen in ganz Wales bilden einen ‚eisernern Ring’ um das Gebirge – errichtet von König Edward I im 13. Jahrhundert, um das Unabhängigkeitsstreben der Waliser in Schach zu halten. Conwy Castle, Beaumaris Castle, Harlech Castle und Caernarfon Castle gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe.

Conwy Castle mit Hafen im Vordergrund

Conwy Castle

Auch die Industrialisierung hat hier ihre Spuren hinterlassen. Schiefer wurde in vielen Minen abgebaut und spielt auch heute noch eine wichtige wirtschaftliche Rolle für Nordwales. Eisenbahnlinien, ehemalige Steinbrüche, Häfen und Herrenhäuser der Minenbesitzer können besichtigt werden. Ein ganz besonderes Industriedenkmal ist Bounce Below, wo sich Besucher in einer stillgelegten Schiefermine auf Riesentrampolinen austoben können.